Banken in der Schweiz – Altes und Neues

Über rund 260 Banken verfügt die Schweiz, in mehr als 3.000 Geschäftsstellen können Konsumenten dabei ihre täglichen Kreditgeschäfte erledigen. Doch die Schweizer Bankenlandschaft ist immer mehr im Umbruch – auch dank Internet.

Der Schweizer Bankensektor umfasst eine Vielfalt an Bankinstituten mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen und einer breiten Palette an Dienstleistungen. Neben den beiden Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS sind bei uns mittlerweile 24 Kantonalbanken, 62 Regionalbanken und Sparkassen, sieben Privatbankiers, eine Raiffeisenbank und viele weitere inländische wie ausländische Finanzinstitute beheimatet.

Alle von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA bewilligten Banken in der Schweiz sind dabei der hiesischen Einlagensicherung angeschlossen, die nach Vorgabe des Konsumkreditgesetzes (KKG) Kredite beispielsweise jeweils bis zu 80.000 CHF absichert. Von den 24 Kantonalbanken der Schweiz verfügen 21 zudem über eine Staatsgarantie in unbeschränkter Höhe.

Neue Herausforderungen für den Schweizer Bankensektor

Die Banken in der Schweiz stehen aber seit Jahren vor grossen Herausforderungen: Steigende Regulierungskosten, Negativzinsphase, sinkende Margen, steigende Kundenansprüche, Digitalisierung, politische und rechtliche Unsicherheiten während den Verhandlungen über den Brexit sowie Unsicherheit über die zukünftige Politik der USA. All dies wird in der Finanzbranche in den kommenden Jahren eine strukturelle Neuordnung vorantreiben. In Sachen Veranlagung und Kreditwesen haben die etablierten Banken mittlerweile bereits neue Konkurrenz bekommen.

Banken und Vermittler – Onlineinstitute auf dem Vormarsch

Längst sind dabei Konsumenten nicht mehr an das klassische Filialgeschäft gebunden. So bieten viele Banken und Vermittler aktuell bereits zusätzlich ihre Geschäfte auch über eigene Online-Portale an. Vor allem Privatkredite gibt es heute längst auch per Internet. Cashgate beispielsweise, die zur Raiffeisen Schweiz und den Kantonalbanken gehört zählt dazu, oder Bank-now, die Tochter der Credit Suisse, sowie die Cembra Money Bank – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Vielfach vermitteln Kreditinstitute ihre Anlagen und Darlehen mittlerweile sogar ausschließlich online über ihre Home Page – beispielsweise die eny Finance AG, die Migros Bank oder bob Money. All diese haben etwa ihre Privatkredite nur noch als moderne Online-Kredite im Angebot, wobei die Zinssätze hier in der Regel variabel sind, und sich Kriterien für die Zinshöhe von Anbieter zu Anbieter stark unterscheiden.

Keine Online-Geschäfte hingegen bieten nach wie vor die regionalen Kantonalbanken der Schweiz an: Etwa die Walliser Kantonalbank, die Züricher Kantonalbank oder die Genfer und Jurassische Kantonalbank. Die meist regional tätigen Kantonalbanken setzen weiterhin auf Beratung der Kunden per Meeting und direktem Kontakt in der Bank.

Neuer Finanz-Trend – Peer-to-Peer und Landing

Moderne Online-Plattformen machen seit einigen Jahren zudem völlig neue Geschäftsmodelle möglich. Ein relativ neuer Trend am Kreditmarkt in der Schweiz sind beispielsweise Darlehen von Privatpersonen für Privatpersonen. Diese sogenannten Peer-to-Peer-Kredite werden beispielsweise auf Online-Plattformen wie der Cashare AG, CreditGate24 und bei Lend vermittelt.

Diese neuen Online-Dienstleister bringen private Kreditinteressenten und Privatanleger schnell und unkompliziert zusammen. Hier erhalten Konsumenten etwa ihren Kredit von privaten Personen oder KMU – und nicht mehr von einer klassischen Bank. Auch die Zinsen werden nicht strikt vorgegeben, sondern per Angebot und Nachfrage im konkreten Kreditprojekt mit schriftlichem Kreditvertrag selbst ausgehandelt. Umgekehrt können Existenzgründer oder Start-Up-Unternehmen in solchen Online-Plattformen um potentielle Finanzgeber bewerben.

Sicherheit steht weiter ganz oben

Konsumenten indes müssen sich nicht sorgen. Denn für Online-Banken oder neuartige Peer-to-Peer-Plattformen gelten ebenfalls alle Regeln des Konsumkreditgesetzes (KKG), gerade im Hinblick auf Liquidität, Geldwäsche und Bonitätsprüfung. Um diesen neuartigen Service nutzen zu können, müssen sich Kreditinteressenten wie Geldgeber ordentlich registrieren, und sämtliche für die Kreditprüfung erforderlichen Daten zuvor online übermitteln.

Neues Banking im Sinne des Konsumenten

Auf solch neuartige Trends im Schweizer Bankenmarkt haben insbesondere aufstrebende Vergleichsportale wie das deutsche Start-Up CAPITALO ein Auge. Hier geht es darum, dem klassischen Schweizer Konsumenten neue Möglichkeiten beispielsweise bei der Kreditaufnahme aufzuzeigen, und den Prozess der Kreditvermittlung möglichst schnell, einfach und sicher zu gestalten. Und das gilt sowohl für Schweizer Staatsbürger, als auch für Grenzgänger und Interessenten mit anderem Aufenthaltsstatus.

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